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IRAN

verschleierte schoenheit

 

 

Gewappnet mit meinem vollgepackten Rucksack und einem Kopftuch machte ich mich auf den Weg nach Teheran. Kurz vor der Landung wird nochmal daran erinnert, dass jetzt für die Frauen der Zeitpunkt gekommen ist, sich zu verschleiern. Falls sich hier jemand wundert warum auch ich mir ein Kopftuch aufsetzen muss, es ist im Iran gesetzlich vorgeschrieben. Einen großen Vorteil hatte das Kopftuch auch für mich, denn man wird nicht sofort als Tourist erkannt. 

Eine Reise ins Unbekannte...

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Lieber 3x Nachfragen...

Angekommen in der knapp 9 Millionen Einwohner Stadt wird man schon fast unangenehm höflich empfangen, was vielleicht auch daran liegt, dass wir Deutschen nicht gerade das freundlichste Volk sind. Die Iraner hingegen haben hier eine spannende Angewohnheit die sich Taarof nennt.

Diese Höflichkeitsgeste kann schnell in einer peinlichen Situation enden, denn die Einladung wird meistens erst dann ernst gemeint, wenn sie mehr als dreimal angeboten wurde. Sollte dir was angeboten werden, dann lehne zur Sicherheit lieber erst dreimal dankend ab. 

Alleine der Name Iran weckt bei den meisten negativ belastete Gedanken. Ein Hauch von Unwissenheit gemixt mit Medienpropaganda. Aber genau das ist der Reiz der mich zum Reisen bewegt. Die Chance einen Blick hinter den Schleier zu werfen um in fremde Welten einzutauchen.

 

Kampf der Geschlechter...

Umgeben von wandelnden Nasenpflastern geht es mit dem Bus einmal quer durch die Stadt auf direktem Weg zum Bazar.

Ja Nasenpflaster, im Iran sind Nasen OPs ein Statussymbol und das Nasenpflaster ist mittlerweile schon zum Accessoire geworden und kann an jeder Straßenecke erworben werden. Aber zurück zum Bus. Das Bus- und Zugsystem im Iran ist sehr modern und gleichzeitig etwas skurril. Hier wird nicht in erster und zweiter Klasse unterschieden sondern in Geschlechtern.

So hat man ein Abteil komplett für Frauen, eins für Männer und bei den Zügen auch ein gemischtes. Als Frau ist es auch erlaubt im Männerabteil mitzufahren, den Männern hingegen wird das Einsteigen in den Frauenbereich untersagt, was das Reisen alleine als Frau gefühlt etwas sicherer macht.

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How Bizarre

Der Bazar, ein Ort voller fliegender Teppiche, aphrodisierenden Gewürzen, persischem Gold und quietschbunten Fälschungen. Umgeben von tausenden von Menschen geht es vorbei an verschiedensten Springbrunnen in denen man immer wieder Goldfische findet, welche auf unerklärliche Weise dort gelandet sind. Ob sie in ihrem Leben mehr sehen werden als plantschende Kleinkinder ist fraglich. Weiter durch überfüllte Gassen die in Gassen münden und am Ende für jeden Touristen zum Labyrinth werden. Alles in allem der perfekte Ort um Verloren zu gehen. 

 

Aber nicht nur der Bazar ist ein absolutes Highlight sondern auch die Architektur, die große Liebe zum Detail. Ein Blick an die Decke lohnt sich in diesen Land auf alle Fälle, hier findet man große Kuppen, verziert mit tausenden kleinen Mosaiksteinchen, die ein großes Muster ergeben. Ganz zu Schweigen von den Moscheen, die mit ihrer Schönheit so überraschen, dass man staunend innehält. 

Einmal quer durchs Land....

Von Teheran aus geht es weiter Richtung Kaspischem Meer. Der Norden Irans ist etwas lockerer, hier wird auch gerne bei den Gesetzen ein Auge zugedrückt. So kann man in Rasht auch am Abend in ein Kaffee gehen oder ganz heimlich etwas selbstgemachten Alkohol konsumieren. Seit die Mullahs im Jahr 1979 die Macht übernommen haben, ist den muslimischen Bürgern das Herstellen von Alkohol, der Verkauf und der Konsum streng verboten. 

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Nach Rasht folgt die hohe Kunst der Architektur in Isfahan und die bezaubernden Moscheen von Shiraz. Auf den Spuren der Achämeniden ins altpersische Reich Persepolis und Necropolis.

 

Quer durch Erdölfelder geht es ins fast russische Bandar Busher und weiter aufs Boot in Bandar Abbas. Kurzes Inselhopping im Persischen Golf und auf Umwegen zurück nach Teheran. 

 

Vorbei an den Bergen und Burgen Kermans und mit bestem Baklava aus Yazd im falschen Bus nach Afghanistan. Nach mehrstündigem Umweg durch Mohnfelder und sehr unterhaltsamen Diskussionen komme ich zurück auf meine Route und kann am Abend über die Dächer von Kashan tanzen. 

Stolpernd über den Damavand erreiche ich wieder Teheran und ein Gefühl von Heimat kommt auf.

Khdahafez Iran!

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