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VIETNAM

mit unsichtbarem Begleiter durch Vietnam

Mehrere Monate beschäftigt die ganze Welt nun schon ein Virus dessen Wege unergründlich sind. Mich erreichte er fern ab von meiner Heimat bei 37°C und 70% Luftfeuchtigkeit in Vietnam. 

 

Ausgerüstet mit Kamera und voller Vorfreude machte ich mich auf den Weg nach Vietnam um einmal quer durchs Land zu reisen. In Hanoi angekommen wird man von den ersten Eindrücken gerade zu überrannt, knapp 2000 Personen drängen sich hier auf einen Quadratkilometer. Chaotische Gassen, quirliger Verkehr und ein Hauch von Kitsch empfangen einen in den ersten 10 Sekunden. 

 

Aber vielleicht fange ich erstmal von Vorne an

Umgeben von duftenden Pho Suppen und unvergesslichem Kokosnuss-Kaffee geht es weiter nach Sapa, sollte sich hier jemand fragen was Kokosnuss mit Kaffee zu tun hat, dem kann ich nur sagen,

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Rutschige Partie 

Nach zweitägiger Rutschpartie durch die vom Regen ausgeschwemmten, kaum begehbaren Reisfelder von Sapa ging es weiter nach Cát Bà, der Ort an dem das/der Virus (sucht es euch selbst aus https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/der-oder-das-Virus ) das erste Mal aktiv meine Reise beeinflusste.

Wer schon mal in Vietnam war oder auch nur eine Dokumentation über Vietnam gesehen hat, kennt die unglaublich schöne Bucht von Halong Bay und all die tausend kleinen Kalkfelsen und Inseln. Cát Bà ist eine der größten, wenn nicht sogar die größte Insel der Bucht und nur mit dem Boot erreichbar. Also rauf auf die Fähre und endlich wieder den salzigen Duft des Meeres einatmen. 

Als Erstes gebe ich immer mein Backpack im Hostel ab um uneingeschränkt die Gegend erkunden zu können, so auch hier. Doch alleine die Farbe meines Reisepasses ließ die Dame am Check In kurz zusammenzucken, verunsichert nahm Sie ihn entgegen um danach direkt mit dem Hostelbesitzer zu telefonieren. Nach einer kleinen unverständlichen Auseinandersetzung am Telefon gibt Sie mir meinen Reisepass zurück und informiert mich darüber, dass die Insel abgesperrt wurde und keine Fähren mehr fahren. Ich dürfe hier bleiben aber soll ja keinem erzählen, dass ich Deutsche bin, da in Deutschland schon die ersten Covid-19 Fälle gemeldet wurden. 

 

So begann mein tägliches Nachrichten checken und Covid-Fälle zählen…

Cát Bà wurde komplett abgesperrt und die Leute wechselten sogar die Straßenseite wenn sie auf die letzten verbliebenen Touristen trafen. Zwei Tage später wurden alle Nicht-Vietnamesen auf die Fähre gebracht und von der Insel mehr oder weniger verbannt. 

dass es wohl mit Abstand der beste Kaffee ist, den ich je getrunken habe. Alleine die Erinnerung an den lieblichen Duft und die schokoladenartige Kaffeebohne machen mich wehmütig. 

Die Farbe des Reisepasses

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Für mich ging es weiter nach Ninh Binh in das Hostel zweiter Wahl, da das erste nicht buchbar war, warum erfuhr ich bei meiner Ankunft. Ein kleines Holzschild wies darauf hin, dass das ganze Hostel mit allen Gästen unter Quarantäne stand, gut, dass ich das nicht gebucht hatte. Ninh Binh hingegen zeigte sich von seiner schönsten Seite, kaum Touristen und eine unglaublich beeindruckende Natur. Doch auch hier wurden einen Tag nach meiner Abreise alle Sehenswürdigkeiten geschlossen und der Ort abgeriegelt.

Mit dem Virus im Rücken ging es nach kurzem Stop in Da Nang weiter nach Hoi An. Hoi An lässt sich mit Worten nicht wirklich beschreiben, eine romantische Mischung aus Stadt, Natur und Geschichte. Geschmückt mit tausenden von schimmernden und leuchtenden Lampions ist auch das Nachtleben ein absolutes Highlight. Meiner Meinung nach ein absolutes Must-See in Vietnam und ein Ort an dem man viel Zeit einplanen kann, denn auch die Strände sind sehenswert.

 

Ein paar Tage später fand ich mich auf einem Boot in Nha Trang wieder, mit Sonnenstrahlen im Gesicht und Salz in den Haaren. Auch hier hatte man durch den noch unbekannte Virus einen klaren Vorteil, fast keine Boote auf dem Wasser und einsame Inseln, die sich als Stop zum Schnorcheln super eigneten. Umgeben von hunderten von bunten Fischen konnte man nochmal richtig Energie tanken, die ich in den folgenden Tagen auch gut gebrauchen konnte.

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Leicht verschnupft ging es mit dem Nachtbus, welcher mit Abstand einer der bequemsten Buse war, mit denen ich jemals gefahren bin, weiter nach Saigon bzw. Ho-Chi-Minh-City wie es seit 1976 heißt. Solltet ihr einmal in den Genuss kommen nach Vietnam zu reisen, merkt euch am besten beide Namen denn aus politischen und geschichtlichen Gründen werden beide Namen noch verwendet. Ich selbst hab mich noch nicht entschieden wie ich dieses Stadt nennen soll aber ich hab definitiv mein Herz an sie verloren. Alleine das durch die Straßen und die Märkte gehen gab mir ein heimisches Gefühl und lässt mich mit einen breiten Grinsen zurückdenken.

 

Doch meine leicht verliebte Stimmung änderte sich abrupt als auch hier die Touristen-Attraktionen und Läden schlossen und ich die Heimreise antreten musste. Online eingecheckt für den Heimflug schlief ich nichts ahnend und wehmütig ein. Morgens wurde ich von einer Nachricht einer Freundin geweckt die ab Dubai den selben Flug hatte und mir mitteilte, dass der soeben gecancelt wurde. Leicht angespannt entschloss ich, dass es ja reichen dürfte erst zum Flug an den Flughafen zu fahren, denn bis nach Dubai würde ich ja noch kommen…

Nach einer unglaublich kalten Nacht am Londoner Flughafen, welchen sie freundlicherweise offen ließen, konnte ich nach fast zweitägiger Heimreise endlich deutschen Boden berühren. Nürnberg, selten habe ich mich so darüber gefreut wieder in Bayern zu sein. Wobei ich hier mal anmerken muss, dass es wirklich völlig überflüssig ist, dass Nürnberg einen eigenen Flughafen besitzt. Noch dazu gibt es doch tatsächlich Flüge von München nach Nürnberg… 

 

Ich hingegen wählte den Zug, der eine knappe Stunde braucht bis nach München, dort noch einmal Zug wechseln und dann war es endlich so weit. Nach ca. 50 Stunden, mehreren Flügen und Zügen erreichte ich endlich meine Heimat…

 

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Da hatte ich mich aber geirrt, denn auch die Arabischen Emirate hatten beschlossen das es jetzt Zeit war die Touristen aus dem Land zu verweisen und keine mehr Einreisen zu lassen. Sprich ich konnte nur nach Dubai wenn ich schon einen weiteren Flug von dort aus mit der selben Airline gebucht hatte, denn der Transit Bereich durfte nicht mehr verlassen werden.

Zum Angebot stand von Dubai nach Budapest für 2.500€ das war für mich natürlich keine Option, denn für so viel Geld könnte man sich auch in Vietnam ein paar Monate ein schönes Leben machen und auf

die Rückholaktion vom deutschen Staat warten. Nach längerem Warten und Onlinesuchen beschloss die Airline doch noch einen Schalter aufzumachen und andere Flüge anzubieten, so fand ich mich einen Tag später in Birmingham wieder, nicht gerade die beste Lösung, aber schon mal in die richtige Richtung. 

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Von Birmingham aus ging es weiter mit dem Zug nach London, um dann alle Möglichkeiten auszutesten um ans Festland zu kommen. Die erste Variante mit dem Zug Richtung Belgien zu fahren fiel schonmal ins Wasser weil man hierfür auch ein Ticket brauchte das von Brüssel nach irgendwo in Deutschland ging und die Preise keine Grenzen mehr kannten. Die zweite Variante war mit der Fähre nach Frankreich, doch die Franzosen ließen niemanden mehr ins Land, also wieder ab an den Flughafen…

 

Ninh Binh

Verfolgungsjagd 

                                Oh Ho Chi Minh

Lasset die Spiele beginnen

Hallo Birmingham

Cause pictures tell more than thousand words, tap here!

Xin chao Vietnam!

 

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